Foreign Press Association warnt vor Folgen für Journalisten

Seit den erneuten Unruhen in den israelisch-palästinensischen Gebieten geraten auch hier wieder Journalisten ins Kreuzfeuer der Ausschreitungen. Die KollegenInnen von Foreign Press Association kritisieren in diesem Zusammenhang die beschriebenen Vorgänge sowohl den palästinensischen, als auch den israelischen Behörden gegenüber. Auch wir von [VjAKK] e.V. schließen uns den Ausführungen an und bitten die KollegenInnen im Vorfeld einer Recherchereise die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen nicht zu vernachlässigen. (Der Text wurde aus dem Original von FPA in die deutsche Sprache übersetzt.)

16. Oktober 2015 // Die Foreign Press Association versteht nicht, warum ein als palästinensischer Fotograf einer lokale Zeitung Fotograf ein T-Shirt mit der deutlichen Aufschrift PRESS trägt und dann einen israelischen Soldaten in Hebron ersticht. Wir bedauern zutiefst diese Verletzung der Pressefreiheit und rufen die lokalen palästinensische Medienorganisationen auf, sofort alle Anmeldeinformationen zu überprüfen, um sicherzustellen, dass keine weiteren Verstöße begangen werden. Die FPA stellt den ausländischen Medien, die in Israel und den palästinensischen Gebieten arbeiten und verbesserte FPA-Anmeldeinformationen zur Verfügung. Dieser Angriff wurde von jemandem verübt, der sich als lokaler palästinensischer Journalist ausgab. Dennoch markiert es eine sehr beunruhigende Entwicklung, die verlangt, dass alle Medien mit erhöhter Vorsicht in der Westbank und Ost-Jerusalem arbeiten. Dieser Vorfall hat auch zu einer deutlich großen Besorgnis der israelischen Sicherheitskräfte geführt. Als FPA bemühen wir uns, eng mit der IDF und der Grenzpolizei zusammen zu arbeiten, um für die Koordinierung und Absprachen zu sorgen, um damit die Gefahren zu minimieren. Wir fordern die Fortsetzung dieser Zusammenarbeit und Koordinierung, um jeden Angriff wie dieser wieder in der Zukunft nicht mehr geschieht.

14.Oktober 2015 // Gestern Abend näherten sich der Jerusalem-Korrespondent und ein Kameramann, beide für France 2, dem zentralen Busbahnhof, um dort einen Angriff zu dokumentieren. Sie wurden von einem IDF Soldaten nicht gewarnt, um die Ereignisse zu filmen. Als der Kameramann gehen wollte, wurde er von mehreren Grenzpolizisten angegriffen, obwohl sie auf Hebräisch informiert wurden, dass er ein akkreditierter Journalist sei. Er wurde von den Männern zu Boden gestoßen, getreten und auch in Gesicht und Kopf geschlagen. Ungeachtet der aktuellen Situation und Anspannung in Jerusalem findet der FPA dieses gewalttätige Verhalten der Sicherheitskräfte gegen ausländische Journalisten absolut unentschuldbar und abscheulich. Wir fordern sie auf, jegliches Fehlverhalten des Personals aufzudecken, damit Journalisten frei arbeiten können. Die FPA bat um ein Treffen mit dem Leiter der Grenzpolizei nach einer Reihe von Angriffen, bei denen Journalisten und vor allem Fotojournalisten, diesen Angriffen ausgesetzt waren. Diese Bitte wurde bislang ignoriert.

11. Oktober 2015 // Am Sonntag wurde ein New York Times Videojournalist angegriffen und leicht verletzt. Eine aufgebrachte Gruppe von palästinensischen Jugendlichen zogen nach einer Demonstration durch die Stadt Hebron. Der Journalist versuchte mit einem Fahrzeug, welches deutlich mit einem Presse – Schild in der Windschutzscheibe gekennzeichnet war, sich durch die Straßen zu kämpfen. Er rief auch auf Arabisch, dass er ein Journalist sei, als die Jugendlichen versuchten die Windschutzscheiben mit Steine ​​zu bewerfen- dabei wurden ihm auch Steine in sein Gesicht geschlagen. Nachdem es der Journalist geschafft hatte sich zu befreien, verfolgte ihn ein Auto für einige Minuten, als er in Richtung palästinensische Polizei lief. Er war erst sicher, als er in einem israelischen militärischen Kontrollpunkt ankam. Obwohl sich der Vorfall in einem palästinensisch kontrollierten Gebiet ereignete, waren palästinensischen Sicherheitskräfte nicht vor Ort. Die Foreign Press Association fordert die palästinensischen Sicherheitskräfte auf, ihr Möglichstes zu tun, um Journalisten in dieser sensiblen Zeit zu schützen und sich für die Pressefreiheit einzusetzen. Wir empfehlen auch hier, dass Journalisten nur mit äußerster Vorsicht und einem palästinensischen Fixer oder Kollegen in die palästinensischen Gebieten reisen sollten.

26. September 2015 // Die Foreign Press Association prangert auf das Schärfste das beklagenswerte Verhalten der IDF-Soldaten an, die auf zwei AFP-Journalisten in der Nähe von Nablus einschlugen und ihre Ausrüstung zerstörten. Beide Journalisten hatten die Erlaubnis, in der Region zu arbeiten und waren eindeutig identifiziert, denn trugen kugelsichere Westen mit der Aufschrift Presse. Trotzdem gingen die IDF-Soldaten aggressiv mit ihren Waffen gegen die Journalisten vor, warf einen von ihnen zu Boden, brachen ihm die Rippen und hielten ihn dann mit den Knien auf dem Boden fest. Beide mussten im Krankenhaus behandelt werden. Eine Videokamera und eine Fotokamera wurden zerstört und ein weitere Foto-Kamera beschlagnahmt, was zu mehreren tausend Euro Schaden führte. Zwar ist zu begrüßen, dass die IDF diesen Vorfall „auf höchster Ebene“ untersuchen möchte, aber wäre dies nicht von der Kamera eines anderen Kollegen aufgezeichnet worden, würde nichts geschehen. Einheiten der IDF bleiben zu häufig ungestraft und handeln anscheinend außerhalb ihrer Aufträge in direktem Widerspruch mit dem Ideal der hohen Moral der israelischen Militär. Die Foreign Press Association hat ihre Bedenken, denn schon mehrfach gab es Verstöße der IDF, was aber zu keiner erkennbaren Änderung ihres Verhalten geführt hat. Es ist Zeit für einen Befehl der IDF-Führung zu handeln und die Freiheit der Presse zu schützen.

16. September 2015 // Die Foreign Press Association prangert die Behandlung von Journalisten an, die über die Unruhen in der al-Aqsa-Verbindung am 13. und 14 September berichtet haben und von der israelischen Grenzpolizei misshandelt wurden. Es geschieht immer häufiger, dass Mitglieder der Polizei Journalisten schlagen, oder Pfefferspray gegen Fotografen und Kameraleute einsetzen, obwohl die Journalisten eindeutig als Journalisten gekennzeichnet waren und keine Gefahr für die Sicherheitsmaßnahmen der Polizei ausging. Diese Art von Verhalten ist inakzeptabel und doch zur Routine geworden und die Grenzpolizei entwickelt inzwischen den Ruf, für grundlose Gewalt einzustehen. Verstörend ist auch, dass Grenzpolizei-Einheiten nicht einsehen wollen, wenn die Presse vom Government of Press Office Israels ausgestellte Dokumente besitzen. Wir rufen das israelische Verteidigungsministerium auf, jedes Fehlverhalten der Kommandeure zu identifizieren und klare Anweisungen für eine Untersuchung zu geben, damit das Recht der Presse, frei zu arbeiten, geschützt wird. Wir laden die Leiter der Grenzpolizei ein, sich mit uns an einen Tisch zu setzen und das Problem zu diskutieren.

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